Kurdische Medien

Suisse. Fondation De L'institut Kurde De Lausanne

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Suisse. Fondation De L'institut Kurde De Lausanne

SCHWEIZ – Heute hat eine Gruppe kurdischer Intellektueller im Rahmen einer Pressekonferenz die offizielle Gründung des Kurdischen Instituts von Lausanne (auf Kurdisch: Enstîtuya Kurdî ya Lozanê) bekannt gegeben.

Laut der bei der Pressekonferenz verlesenen Erklärung hat das Kurdische Institut von Lausanne

hat sich vor allem die Verteidigung des Selbstbestimmungsrechts der Kurden zum Ziel gesetzt. Die gesamten Ziele des Instituts wurden in einer Erklärung bekannt gegeben, die auf Kurdisch und Französisch verlesen wurde. Zahlreiche Schriftsteller, Wissenschaftler, kurdische Politiker und Vertreter von Institutionen der kurdischen Diaspora nahmen an der Pressekonferenz teil.

Die Vorstandsmitglieder des Kurdischen Instituts in Lausanne sind: Necat Zanyar (Präsident), Nazile Afkhami (Vizepräsidentin), Nara Saadi, Aziz Abdulkarim und Seymus Ozdemir.

„Eine kurdische Universität wird in Europa gegründet“

Die Gründungserklärung des Kurdischen Instituts in Lausanne lautet wie folgt:

Heute erklären wir mit historischer Verantwortung und nationalem Bewusstsein die Gründung des Kurdischen Instituts Lausanne, um die nationalen Rechte sowie die kulturelle und politische Existenz der kurdischen Nation zu festigen und zu schützen. Das Kurdische Institut Lausanne hat seinen Namen vom Vertrag von Lausanne von 1923, durch den das Selbstbestimmungsrecht der kurdischen Nation systematisch verweigert wurde und die Kurden staatenlos wurden.

Dieser Name ist für uns kein Symbol der Ablehnung, sondern der Konfrontation, des Wiederaufbaus und der Wiedergeburt. Aus diesem Grund wurde das Institut gegründet, um die unterdrückte Wahrheit dort wiederherzustellen, wo die Leugnung stattfand, und hat hier seinen ersten Schritt getan. Unser Institut wurde als intellektuelle und institutionelle Initiative gegründet, um diesen historischen Bruch aufzudecken und zu überwinden.

Ein Jahrhundert des historischen Schweigens

Das Regime der Leugnung, der Zersplitterung und des Schweigens, das der Vertrag von Lausanne der kurdischen Nation über mehr als hundert Jahre auferlegt hat, neigt sich nun dem Ende zu. Die Veränderungen im Nahen Osten nach 2023 verändern die Sprache der innerkurdischen Beziehungen und des Völkerrechts. Das Institut ist das Ergebnis einer Vision, die diesen historischen Moment erkannt und in eine intellektuelle Vorreiterrolle verwandelt hat.

Mission und Ziele

Das Hauptziel unseres Instituts ist es, das Recht der kurdischen Nation auf Selbstbestimmung aus historischer, rechtlicher und politischer Sicht zu schützen und die intellektuellen Grundlagen auf institutioneller Ebene und mit legitimen Methoden zu schaffen. In diesem Zusammenhang bilden die Fragen der Identität, der Sprache, der Kultur und der Freiheit der Kurden die Schwerpunkte der Arbeit und Forschung des Instituts.

Die Ziele des Instituts bestehen darin, als Think Tank zu fungieren, der auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene Forschungen zu den Kurden und Kurdistan betreibt, und langfristig eine kurdische Universität in Europa zu gründen – eine Institution mit akademischer Autonomie, die in der Lage ist, universelles Wissen, Wissenschaft, Kunst und Denken zu vereinen.

Von der Zersplitterung zur Einheit

Das Kurdische Institut in Lausanne basiert auf der Überwindung der Ghettoisierung der Spaltungen unter den Kurden, die aus der historischen Zersplitterung resultieren, sowie auf nationaler Einheit und geistiger und institutioneller Erneuerung. Das Verwaltungssystem unseres Instituts basiert auf dem gemeinsamen Willen aller Regionen Kurdistans. Diese Verbindung verkörpert die vereinte Zukunft der kurdischen Nation auf geistiger und praktischer Ebene. Sie wendet sich nicht nur gegen die Ghettoisierung unter den Kurden, sondern auch gegen die soziale Ghettoisierung in den Ländern, in denen Kurden leben, und fördert ein nationales Dasein, das auf Einheit, Selbstvertrauen und Integration beruht.

Ein historischer Aufruf in Lausanne

Wir freuen uns und sind entschlossen, bekannt zu geben, dass wir anlässlich des Jahrestags des Vertrags von Lausanne im Juli 2025 in Lausanne einen Workshop mit dem Titel „Selbstbestimmung und Zukunft der Kurden“ unter der Leitung unseres Instituts und unter Beteiligung von Wissenschaftlern, Juristen und Politikern organisieren werden. Dieser Workshop wird eine Plattform sein, die der Welt die Stimme unseres Strebens nach Freiheit und unserer intellektuellen Kraft Gehör verschafft, anstelle der historischen Leugnung.

Das Kurdische Institut Lausanne betrachtet die Schweiz (…) als Vorbild für Gedankenfreiheit, politischen Pluralismus und fortschrittliche Demokratie. Unser Institut hat sich zum Ziel gesetzt, sich in die Schweizer Gesellschaft und die Kulturwelt dieses Landes zu integrieren. Auf dieser Grundlage möchten wir unseren aufrichtigen Dank an die Schweizer Freunde, Institutionen und die Öffentlichkeit aussprechen, die uns insbesondere bei der Gründung des Instituts unterstützt haben.

Eine Institution jenseits der Diaspora

Mit dieser Erklärung verkünden wir nicht nur die Gründung eines Instituts, sondern auch den Beginn einer neuen intellektuellen Etappe auf dem Weg der kurdischen Nation zur Freiheit. Das Kurdische Institut in Lausanne ist die intellektuelle, wissenschaftliche, kulturelle und akademische Institution einer alten Nation. Wir rufen alle kurdischen Intellektuellen, Akademiker, Künstler und Patrioten dazu auf, sich an dieser Initiative zu beteiligen. (Rudaw)

https://kurdistan-au-feminin.fr/2025/05/04/suisse-fondation-de-linstitut-kurde-de-lausanne/